Allgemeine Geschäftsbedingungen der Schadenfreunde Versicherungsmakler GmbH (AGB) gültig ab November 2017

I. ALLGEMEINES
1) Definition: Der Versicherungsmakler laut § 26 MaklerG (kurz VM) vermittelt unabhängig von seinen und dritten Interessen, insbesondere unabhängig vom Versicherungsunternehmen Versicherungsverträge zwischen Versi-cherer und dem Versicherungskunden (kurz VK). Er erstellt Risikoanalysen und Deckungs-konzepte.
2) Interessenwahrung: Der vom VK beauftragte VM wahrt im Sinne der § 27 und 28 MaklerG überwiegend die Interessen des VK und steht für die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes ein.
3) Beschränkung auf österreichische Versicherer: Der VM ist verpflichtet, dem VK nach den Umständen des Einzelfalles bestmöglichen Versicherungsschutz (Preis/Leistungs-Verhältnisses) zu vermitteln. Die Interes-senwahrnehmung ist auf Versicherer in Österreich beschränkt, auf andere nur gegen Entgeltvereinbarung für den erhöhten Aufwand eines ordentlichen Kaufmannes.
4) Betreuung durch den Makler:
4.1) Soweit die Bestimmungen des KSchG in der letzt gültigen Fassung nicht anwendbar sind, ist der VM nach Ab-schluss des Versicherungsvertrages lediglich verpflichtet die zugrunde liegende Polizze zu überprüfen und diese dem VK auszuhändigen. Eine darüber hinaus gehende Berichts/Aushändigungspflicht lt. § 28 Z 4 MaklerG wird ausdrücklich abbedungen.
4.2) Eine laufende Überprüfung der Versicherungsverträge des VK im Sinne des § 28 Z 7 MaklerG bedarf einer geson-derten Vereinbarung (Service-Vertrag). Ohne dieser Vereinbarung übernimmt der VM keine Verpflichtung im Sin-ne des § 28 Z 7 MaklerG. Die Annahme eines solchen Vertrages bleibt dem VM vorbehalten. Wird ein solcher Ver-trag abgeschlossen, hat der VK die Verpflichtung dem VM unverzüglich allfällige Änderungen bzw. neue Risiken bekannt zu geben.
4.3) Kommunikation: Der VM ist zur Kontaktaufnahme – auch zur Information und Werbezwecken – per Fax, E-Mail, Telefon, SMS und Homepage gemäß § 107 Telekommunikationsgesetz in letzter Fassung berechtigt.

II. PFLICHTEN DES KUNDEN
1) Informationspflicht des Kunden:
1.1) Der VK hat dem VM insbesondere alle Umstände mitzuteilen, die erforderlich sind damit der VM gegenüber dem Versicherer alle Interessen wahren kann, die der VK selbst vor und nach Abschluss des Versicherungsauftrages dem Versicherer gegenüber zu wahren hat, insbesondere hat der VK über alle Risiken zu informieren.
1.2) Eine Haftung für Schäden infolge unrichtiger oder unvollständiger Angaben durch den VK ist ausdrücklich ausge-schlossen und kann nicht übernommen werden.
2) Analyse des zu versichernden Risikos:
2.1) Der VM erstellt auf Basis der ihm vom VK erteilten Information und den ausgehändigten Unterlagen eine ange-messene Risikoanalyse und ein angemessenes Deckungskonzept.
2.2) Der VK hat – da er bezüglich der Kenntnis des Versicherungswertes und etwaiger besonderer Gefahren dem VM überlegen ist – sämtliche für den Abschluss der gewünschten Versicherungen relevanten Daten wahrheitsgemäß und auch vollständig bekannt zu geben, wenn erforderlich bei einer Risikobesichtigung durch den VM vor Ort zu sein.
2.3) Ebenso hat der VK alle Veränderungen, die für die Versicherungsdeckung relevant sind, dem VM schriftlich be-kannt zu geben, wie z.B. die Änderung der Adresse, Tätigkeitsbereich und Auslandsdeckung etc.
3) Keine vorläufige Deckung: Der VK nimmt zur Kenntnis, dass ein von ihm oder für ihn durch den VM unterfertigten Antrag noch kein Versi-cherungsschutz besteht. Der Versicherungsantrag bedarf einer Annahme durch den Versicherer. Der VK nimmt somit zur Kenntnis, dass zwischen Unterfertigung des Antrages und einer Annahme durch den Versicherer ein ungedeckter Zeitraum bestehen kann. Der VM ist verpflichtet den unterfertigten Antrag unverzüglich an den Ver-sicherer weiterzuleiten und den VK von der Annahme des Versicherungsvertrages zu informieren.

III. ZUSTELLUNGEN, ELEKTRONISCHER SCHRIFTVERKEHR
1) Als Zustelladresse des VK gilt die dem VM zuletzt bekannt gegebene Adresse.
2) Der VK nimmt zur Kenntnis, dass aufgrund vereinzelt auftretender, technisch unvermeidbarer Fehler die Über-mittlung von Emails unter Umständen dazu führen kann, dass Daten verloren gehen, verfälscht oder bekannt werden. Für diese Folgen übernimmt der VM eine Haftung nur dann, wenn er dies verschuldet hat. Der Zugang von Emails bewirkt noch keine vorläufige Deckung und hat auch auf die Annahme eines Vertragsangebotes keine Wirkung.

IV. HAFTUNG DES VERSICHERUNGSMAKLERS
1) Der VM haftet nur für vorsätzliche und/oder grobe Fahrlässigkeit durch ihn oder seiner Erfüllungsgehilfen. Eine Haftung für leichte Fahrlässigkeit, insbesondere im Bereich des Schadenersatzrechtes, wird ausdrücklich ausge-schlossen. Dieser Ausschluss gilt im Verbraucherbereich nicht für Personenschäden. Im Bereich der groben Fahr-lässigkeit wird eine Haftungsobergrenze von € 1.000.000,– vereinbart soweit keine Bestimmung des KSchG da-gegenspricht.
2) Verständigungs- u. Schadenminderungspflicht des Kunden: Der VK hat den VM unverzüglich nach Kenntnis eines Schadens in schriftlicher Form zu verständigen und alle Vorkehrun-gen in Entsprechung einer Schadenminderungspflicht zu treffen.
3) Berufshaftpflicht: Der VM bestätigt einen aufrechten Berufshaftpflichtvertrag mit einer Versicherungssumme von E 1.000.000,– und verpflichtet sich, auf Verlangen eine Kopie dem VK auszuhändigen.
4) Verjährungskürzung: Schadenersatzansprüche gegen den VM verjähren, sofern der VK nicht innerhalb von 6 Monaten, nachdem er o-der die Anspruchsberechtigten den Schaden und Schädiger kannten oder kennen musste (relative Verjährung), spätestens innerhalb von 3 Jahren ab dem anspruchsbegründeten Schadenfall (absolute Verjährung) diese ge-richtlich geltend zu machen, soweit es keine Bestimmung des KSchG entgegenstehen.

V. PROVISIONS-/AUFWANDSENTSCHÄDIGUNG
Eine Provision steht dem VM – soweit nicht ausdrücklich und schriftlich etwas anderes vereinbart ist – vom VK nicht zu. Eine Aufwandsentschädigung gebührt dem VM nur für die in der Honorarordnung angeführten Barausla-gen/Dienstleistungen.

VI. DATENSCHUTZ, VERSCHWIEGENEIT
1) Der VK ist einverstanden, dass seine personenbezogenen Daten automatisationsunterstützt vom VM verarbeitet und nur in Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten an Dritte weitergegeben werden.
2) Der VM ist verpflichtet, vertrauliche Informationen, die ihm aufgrund der Geschäftsbeziehung zum VK bekannt werden, vertraulich zu behandeln und Dritten gegenüber geheim zu halten. Der VM ist verpflichtet, diese Pflicht auch seinen Mitarbeitern zu überbinden. Jede Weitergabe von Daten unterliegt den Bestimmungen des Daten-schutzgesetzes.

VII. URHEBERRECHT
Der Kunde anerkennt, dass jedes vom VM erstellte Konzept, insbesondere die Risikoanalyse und das Deckungs-konzept, ein urheberrechtlich geschütztes Werk ist. Sämtliche Verbreitungen, Änderungen oder Ergänzungen so-wie die Weitergabe an Dritte bedürfen der schriftlichen Zustimmung des VM.

VIII. RÜCKTRITTSRECHTE DES VK
Gemäß § 3 Konsumentenschutzgesetz (KSchG) ist der VK berechtigt, bei Abgabe seiner Vertragserklärung außer-halb der Geschäftsräume des VM oder eines Standes auf einer Messe von seinem Vertragsantrag oder vom Ver-trag zurück-zutreten. Dieser Rücktritt kann bis zum Zustandekommen des Vertrages oder danach binnen 14 Ta-gen erklärt werden. Die Frist beginnt mit der Ausfolgung dieser Vertragsurkunde, frühestens jedoch mit dem Zu-standekommen dieses Vertrages zu laufen. Das Rücktrittsrecht erlischt bei Versicherungsverträgen spätestens ei-nen Monat nach Zustandekommen des Vertrages.
Die Erklärung des Rücktritts ist an keine bestimmte Form gebunden. Die Rücktrittsfrist ist gewahrt, wenn die Rücktrittserklärung innerhalb der Frist abgesendet wird.

IX. SCHLUSSBESTIMMUNGEN
1) Schriftlichkeitsgebot: Änderungen und/oder Ergänzungen der Bevollmächtigung sowie der AGB bedürfen zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form.
2) Unwirksamkeit einzelner Bestimmungen: Die etwaige Unwirksamkeit einzelner Bestimmungen oder Ab-schnitte der Vollmacht, Servicevertrag sowie der AGB berührt die Verbindlichkeit der anderen Bestimmungen nicht.
3) Erfüllungsort – anzuwendendes Recht – Gerichtsstand: Erfüllungsort ist der Ort der beruflichen Niederlassung des VM, Gerichtsstand ist das zuständige Gericht an die-sem Ort. Soweit keine Bestimmungen des KSchG entgegenstehen wird ausdrücklich die Anwendung österreichi-schen Rechtes vereinbart.