Berufsunfähigkeit

Was ist Berufsunfähigkeit?

Die wenigsten machen sich Gedanke über das Risiko Berufsunfähigkeit. Die Angst vor dem Verlust materieller Dinge, wie dem Auto, ist höher als vor dem Verlust der eigenen Arbeitskraft.

Die österreichische Pensionsversicherungsanstalt spricht grundsätzlich von Berufsunfähigkeit, wenn die Arbeitsfähigkeit des Versicherten infolge seines körperlichen oder geistigen Zustandes so beeinträchtigt ist, dass sie weniger als die Hälfte derjenigen eines Gesunden beträgt, der über eine vergleichbare Berufsausbildung bzw. entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt.

Für ab 1. Jänner 1964 geborene Personen wird nur mehr eine befristete Pension aus dem Versicherungsfall der geminderten Arbeitsfähigkeit zugesprochen, was durch ein Rehabilitationsgeld der Gebietskrankenkassen bzw. durch ein Umschulungsgeld des AMS ersetzt wird. Zu diesen Geldleistungen werden medizinische bzw. berufliche Maßnahmen der Rehabilitation gewährt.

Im Jahr 2014 wurden insgesamt 50.665 Neuanträge auf Invaliditäts-/Erwerbsunfähigkeitspenisonen gestellt, davon wurden nur 15.398 Anträge zuerkannt (d.s. 30,39%). (Quelle: statistische Daten aus der Sozialversicherung, Jahresergebnisse 2014)

Ursachen für Berufsunfähigkeit (Quelle: “Statistisches Handbuch der österr. Sozialversicherung 2015”, Stand: Dezember 2014)

- Psychiatrische Krankheiten 33,45% (inkl. Krankheiten des Nervensystems, Verhaltensstörungen)

- Krankheiten d. Skelettes, der Muskeln, d. Bindegewebes  30,33%

- Krankheiten des Kreislaufsystems  11,88%

- sonstige Krankheiten 24,34%

Was zahlt die Pensionsversicherungsanstalt?

Es werden die 16 Jahre (bis 2028 schrittweise steigend auf 40 Jahre) mit dem höchsten beitragspflichtigen Einkommen herangezogen. Der Anspruch ist auf 80% des Durchschnittswertes (2004= max. Euro 2.395,09 Bruttopension) begrenzt.

In Härtefällen – besonders Jüngere sind davon betroffen – gibt es eine Sonderregelung: auch wenn aufgrund der Beitrags-/Versicherungszeiten die 60% des o.g. Durchschnittswertes nicht erreicht werden, werden diese 60% zugesprochen.

In Österreich beziehen mehr als 450.000 Menschen eine staatliche Berufsunfähigkeits-,Invaliditäts- oder Erwerbsunfähigkeitspension.

Berufsunfähig ist, wer durch Krankheit, Unfall oder Invalidität in seiner Berufsausübung dauernd beeinträchtigt ist und dieses ärztlich bestätigt wurde.

Warum privat absichern?

Egal, ob Sie am Anfang Ihres Berufslebens oder schon mittendrin stehen, eine Beeinträchtigung oder gar der Verlust Ihrer Arbeitskraft bedeuten empfindliche finanzielle Einbussen. Mit einer privaten Vorsorge sichern Sie sich ab, damit Zahlungsverpflichtungen (z.B. Kredite) oder krankheitsbedingte Anschaffungen/Umstellungen nicht zur Existenzbedrohung werden.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung soll den Einkommensausfall vermeiden und die die fortlaufende Erfüllung finanzieller Verpflichtungen sicherstellen. Hinzu kommen oft noch Mehrausgaben für diverse medizinische Anschaffungen.

Die für diesen Fall vorgesehenen staatlichen Leistungen reichen oft nicht aus, den entstandenen Einkommensausfall abzudecken, eine finanzielle Lücke entsteht.